Hanstholm - 38 cm Marineküstenbatterie "Hanstholm II"

Die Marineküstenbatterie "Hanstholm II" war mit ihren 38 cm Geschützen die schwerste Batterie in Dänemark. Um sie herum enstand im Laufe des Krieges die größte Befestigungsanlage des Zweiten Weltkrieges in Nordeuropa.
Zusammen mit einer Schwesterbatterie bei Kristiansand in Norwegen sollte sie feindliche Schiffe an der Einfahrt in die Ostsee hindern. Der Abstand zwischen Kristiansand und Hanstholm beträgt etwa 120 km. Da die Kanonen "nur" eine Reichweite von 55 km hatten, wurde im ungeschützten Zwischenraum ein Minenfeld ausgelegt.

Allerdings ist es äußerst fraglich, ob die Batterien tatsächlich einen feindlichen Durchbruch hätten verhindern können, denn die Treffgenauigkeit war auf weite Entfernung sehr schlecht. Die Kanonen waren zudem nur in Drehtürmen in offenen Bettungen aufgestellt, die kaum Schutz vor Luftangriffen und Artilleriefeuer boten.
Zum Schutz der 38 cm Batterie wurden bei Hanstholm Infanteriestützpunkte, mehrere schwere Flak-Batterien und zahlreiche Minenfelder angelegt. Bei Hanstholm wurden hunderte Bunker gebaut.

In einem der großen Geschützbunker ist heute ein interessantes Museum eingerichtet. Dort finden sich neben vielen Informationen über die Befestigungen bei Hanstholm auch restaurierte Waffen, z.B eine Pak und ein seltener M 19 Maschinengranatwerfer.Vor kurzem wurde das letzte erhaltene 110 Tonnen schwere Geschützrohr der 38 cm Batterie "Tirpitz" (bei Blåvand) neben dem Museumsbunker aufgestellt. Sogar eine Feldbahn fährt durch Geschütz- und Munitionsbunker.
Neben dem Museum gibt es aber auch sonst noch viel Interessantes zu sehen, denn fast alle Bunker sind bis heute erhalten geblieben. Für eine komplette Besichtigung sollte man aber Zeit mitbringen - die "Festung Hanstholm" erstreckt sich über mehrere Quadratkilometer.
