Radarstationen
Keine der in Dänemark aufgestellten Batterien - abgesehen von den Flak-Batterien - wurde jemals in Kampfhandlungen verwickelt. Dafür gab es eine Vielzahl von Radaranlagen und Jägerleitstationen, die ständig im Einsatz waren.
Da die britischen Luftangriffe auf Deutschland ab 1941 ständig zunahmen, begann die deutsche Luftwaffe mit der Aufstellung von Warnanlagen.
Im Sommer 1943 erstreckte sich die so genannte "Kammhuber-Linie" von Südnorwegen über Dänemark, Nordwestdeutschland, Holland, Belgien, Nordfrankreich und die Schweiz.
Die Linie war in Zonen unterteilt, die zunächst mit zwei Arten von Radargeräten (von den Deutschen damals Funkmessgerät genannt) ausgestattet waren. Zur Luftraumüberwachung über größere Distanzen wurde ein Freya-Gerät eingesetzt und für die Führung der eigenen Jäger zwei Würzburg-Geräte.
Die Radaranlagen wurden während des Krieges ständig weiterentwickelt, so dass immer wieder neue und verbesserte Typen herauskamen. Bei Kriegsende gehörten die deutschen Anlage zu den Besten der Welt.
In Dänemark wurden die intakten Anlagen von den Alliierten in einer groß angelegten Übung mit dem Namen "Post Mortem" getestet. Danach bauten sie einige, für sie interessante Teile ab und zerstörten den Rest.
Hier sind die wichtigsten Typen kurz vorgestellt:
Würzburg-Riese
Das System bestand aus einer runden Parabolantenne mit einem Durchmesser von 7,5 m. Hinter der Antenne war ein Kontroll- und Maschinenraum. Die maximale Reichweite betrug etwa 80 km. Außer der Entfernung konnte auch die Flughöhe des Flugzeugs bestimmt werden. Würzburg-Riese-Geräte arbeiteten immer paarwiese zusammen. Einer folgte dabei dem deutschen Jäger und der andere dem angreifenden Flugzeug.

Freya
Das Freya-Radar war eines der ersten Geräte. Es hatte eine Reichweite von ungefähr 160 km. Später wurde es auf Fahrstählen angebracht, die es in die Höhe zogen.

Mammut
Dieses Radargerät hatte einen 12 m hohen und 30 m breiten Schirm. Er wog 25 t. Seine Reichweite betrug 400 km. Wegen der Erdkrümmung konnten Tiefflieger erst auf kurze Entfernung geortet werden. Überraschungsangriffe wurden deshalb oft in geringer Höhe geflogen.

Seeelefant
Der Seelefant war ein Vorwarnradar, das ebenfalls eine Reichweite von ca. 400 km hatte. Er war zwischen zwei etwa 100 m hohen Masten angebracht. Ein Radar dieses Typs auf der Insel Rømø wurde unter anderem zur Beobachtung der Einschlagsorte der V2 benutzt. (Daneben ein Mammut-Schirm.)

